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Konzept regionaler Zentren besser als Zwangs-Gemeindefusionen

„Die positive Reaktion des Österreichischen Städtebundes auf den Masterplan ländlicher Raum gibt Hoffnung auf eine realistische Umsetzung dieses von Minister Andrä Rupprechter präsentierten Konzeptes“, stellt der Geschäftsführer der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ, Gottfried Kneifel, in Linz fest.

IWS-GF Gottfried Kneifel
© IWS/Laresser

Die Landflucht in mehreren Regionen Österreichs könne nur in einem Miteinander zwischen Bund, Ländern sowie dem Gemeinde- und Städtebund gelöst werden. Kneifel gehe mit der Argumentation des Städtebundes konform, dass es kaum Sinn gibt, Wachstums- und Abwanderungsräume gegeneinander auszuspielen. Es gehe vielmehr darum, gemeinsame politische Lösungen zu finden.

Als zielführend schlägt Kneifel ein „Konzept der regionalen Zentren“ vor, das von den Ländern im Einvernehmen mit den betroffenen Gemeinden gemeinsam mit der Österreichischen Raumordnungskonferenz festgelegt werden soll. In diesen regionalen Zentren sollen Einrichtungen besondere Standards für Bildungs-, Gesundheits-, Veranstaltungs-, Kultur-, Mobilitäts- und Verwaltungsservice bieten, die nicht in jeder Kleinstgemeinde angeboten werden können. In Gemeindeverbünden könnten die kleinen Gemeinden mit der Zentralgemeinde kooperieren, und gleichzeitig ihre kommunalpolitische Autonomie samt Vereins- und Gesellschaftsleben erhalten.

„Dieses Konzept der regionalen Zentren – zumeist zwei bis vier je Bezirk – wäre eine konstruktive Antwort auf die immer stärker ansteigende Forderung nach zwangsweisen Gemeinde-Zusammenlegungen“, sagt Kneifel. Der schlechteste Weg wäre, tatenlos vor der Landflucht die Augen zu schließen, weil von den 2100 Gemeinden Österreichs bereits 830 eine negative Bevölkerungsbilanz verzeichnen. Allein in Oberösterreich sind 123 Gemeinden betroffen.