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IWS-Broschüre gegen mangelndes Wirtschaftswissen

Abgabenquote, Bruttoinlandsprodukt, Körperschaftssteuer – das sind Wirtschaftsbegriffe, die nur wenigen Österreicherinnen und Österreichern etwas sagen, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Spectra im Auftrag der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ (IWS) erneut aufzeigt. Auch das generelle Interesse an Wirtschaftsthemen ist laut Umfrage eher niedrig.

Präsentation der IWS-Broschüre "Wirtschaft – kurz erklärt" (v. l.): Gerhard Huber von der OÖ. Bildungsdirektion, IWS-GF Gottfried Kneifel, Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und Spectra-Meinungsforscher Peter Bruckmüller.
© Land OÖ/Liedl

Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und IWS-GF Gottfried Kneifel.
© Land OÖ/Liedl

„Begriffe aus der Wirtschaft begegnen einem jeden Tag. Beim Zeitunglesen, bei der Bank, im Büro, in der Schule – in allen Lebensbereichen. Um für das Leben und den künftigen Beruf sowie für die Teilnahme am Wirtschafts- und Erwerbsleben gerüstet zu sein, braucht es eine gewisse Grundbildung und Verständnis in Sachen Wirtschaft. Diese Grundbildung wollen wir stärken und auch die Bereitschaft erhöhen, sich mit Wirtschaft zu beschäftigen. Daher ist es wichtig, dass wir frühzeitig ansetzen, junge Menschen für die spannende Welt der Wirtschaft zu begeistern. Die nun gemeinsam mit IWS neu aufgelegte Broschüre „Wirtschaft – kurz erklärt“ soll Schülerinnen und Schülern Wirtschaftswissen kurz und verständlich näherbringen“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Bildungsreferentin Mag.a Christine Haberlander. „Es ist eine übersichtliche, kompakte Handreiche, aber nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen“.

Sie werden in den Medien täglich verwendet, doch nur eine kleine Minderheit der österreichischen Bevölkerung versteht sie: Begriffe wie Körperschaftssteuer (8 Prozent), Abgabenquote (10 Prozent), Handelsbilanz (11 Prozent) oder Bruttoinlandsprodukt (12 Prozent). Und das Interesse der Österreicher (15 bis 75 Jahre) an wirtschaftlichen Fragen ist gering: Lediglich 10 Prozent bezeichnen ihr Interesse als „sehr groß“, weitere 29 Prozent als „groß“.

In manchen demografischen Untergruppen liegt das Wirtschaftsinteresse allerdings
deutlich höher. Männer bekunden ihr Interesse an Wirtschaftsfragen zu 48 Prozent. Auch das Alter hat einen wesentlichen Einfluss auf das Wirtschaftsinteresse. Am höchsten ist dieses unter den Jahrgängen, die gerade mitten im Erwerbsleben stehen. Nachdenklich stimmt das fehlende Interesse an Wirtschaftsfragen in der Generation Y und Z. Nur 16 Prozent bekunden ihr Interesse an wirtschaftlichen Fragen, während 43 Prozent(!) dezidiert erklären, an wirtschaftlichen Fragen kein Interesse zu haben.

Nach Bundesländern betrachtet, ist das wirtschaftliche Interesse in Oberösterreich
derzeit am größten. Durch die Broschüre wird dieser Wert hoffentlich noch gesteigert werden können.

Dass es um das Wirtschaftswissen der Österreicher tatsächlich nicht sehr gut bestellt ist, bestätigt die Studie, laut der die Personen von 23 abgefragten Begriffen im Durchschnitt nur 4,7 Begriffe „sehr gut“ erklären könnten. Am leichtesten tut sich die österreichische Bevölkerung dabei mit Begriffen wie Gewinn und Eigenkapital (34 Prozent könnten diese Begriffe „sehr gut“ erklären), Importe (32 Prozent), Umsatz (31 Prozent), Exporte (30 Prozent) und Investition (29 Prozent). Ein Buch mit sieben Siegeln sind dagegen Begriffe wie Körperschaftssteuer (8 Prozent), Abgabenquote (10 Prozent), Handelsbilanz (11 Prozent) oder Bruttoinlandsprodukt (12 Prozent).

„Eine erste Antwort auf dieses doch wenig erfreuliche Umfrageergebnis ist das Buch „Wirtschaft – kurz erklärt‘, um den Lehrern im Unterricht dabei zu helfen, wirtschaftliche Begriffe einfach und verständlich zu transportieren“, betont IWS-GF Gottfried Kneifel. „Dieses Buch, das auch Zugriffe auf eine DIGI-Box erlaubt, kann auch von interessierten Personen angefordert werden. Mit dieser Publikation wollen wir unserer Rolle als Wirtschafts-Bundesland Nr. 1 gerecht werden und einen kleinen Schritt für ein leichteres Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge setzen.“

Die Broschüre „WIRTSCHAFT – kurz erklärt“ wird zuerst allen ARGE-Lehrpersonen an den mittleren und höheren Schulen angeboten. Sie kann dann – bei Bedarf – in ausreichender Stückzahl für den Wirtschaftskunde-Unterricht als Behelf kostenlos angefordert werden. In einer zweiten Aktion wird dann der Leitfaden auch – gegen eine geringe Versandgebühr – interessierten Personen angeboten.