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Frühzeitige Burnout-Prophylaxe kann bis zu 12,8 Milliarden Euro Therapie-Kosten sparen

Psychische Störungen sind weit verbreitet in Österreich. Die Häufigkeit liegt laut OECD-Studie etwas über dem Durchschnitt der EU (17,7 Prozent). Einen großen Anteil daran haben Burnout-Entwicklungen, die letztlich diagnostisch in schwere Angsterkrankungen bzw. Depressionen übergehen. „Oft ist Stress ein Verursacher: Eine Ursache kann die Arbeitssituation sein, die inhaltliche Überforderung oder aber auch die quantitative Anforderung. Eine wesentliche Rolle spielen auch Arbeitsklima und der Umgang der Kollegenschaft. Es ist daher besonders wichtig, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die stressbedingte Auslösung der Erkrankung hintanzuhalten“, betont Univ.-Doz. Prof. Dr. Werner Schöny, Ehrenpräsident von pro mente Österreich.

Pressekonferenz in Linz, v. l.: IWS-GF Gottfried Kneifel, Prof. Werner Schön, Universität-Prof. em. Friedrich Schneider, LR Markus Achleitner und Elisabeth Dreer.
© IWS/Engelsberger

Pressekonferenz in Linz, v. l.: IWS-GF Gottfried Kneifel, Prof. Werner Schön, Universität-Prof. em. Friedrich Schneider, Elisabeth Dreer und LR Markus Achleitner.
© IWS/Engelsberger

Die Berechnungen aus der IWS-Vorgängerstudie (2014) zeigen eindeutig, dass die volkswirtschaftlichen Kosten umso höher sind, je später Burnout erkannt und behandelt wird. Ein früher Diagnosezeitpunkt dämpft die volkswirtschaftlichen Kosten von Burnout entscheidend. Noch besser und in Folge billiger sind selbstverständlich präventive Maßnahmen und Bewusstseinsbildung für das Thema Burnout und seine Konsequenzen.

„Die (hypothetischen) Einsparungen für das Gesundheitssystem liegen im maximalen Fall bei 12,8 Milliarden Euro, wenn alle Betroffenen das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen, bzw. im wahrscheinlicheren Fall bei rund 2,9 Mrd. Euro, wenn nur Personen mit negativer Einschätzung ihres Gesundheitszustandes das Gesundheitssystem beanspruchen“, resümiert Univ.-Prof. em. DDr. Friedrich Schneider von der Linzer JKU das neueste Studienergebnis. „Bei den Kosten für den Krankenstand zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier liegen die vermiedenen Kosten durch nicht-notwendigen Krankenstand (Einsparungen) zwischen 10,6 Mrd. Euro und 2,1 Mrd. Euro – je nach Szenario.“

Die Initiative Wirtschaftsstandort Oberösterreich (IWS) will mit dieser Langzeit-Studie beweisen, dass sich Burnout-Prophylaxe nicht nur gesundheitspolitisch und volkswirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlich für jeden einzelnen Betrieb rechnet. „Denn gesunde Mitarbeiter sind das größte Kapital. Deshalb muss Maßstab allen wirtschaftlichen Handelns stets der Mensch sein. Einmal mehr bestätigt unsere IWS-Studie den Grundsatz, dass Vorbeugen besser ist als Heilen“, sagt IWS-GF Gottfried Kneifel. Eine wissenschaftlich solide gesicherte Erkenntnis, auf der die Bundesregierung aufbauen kann.

Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner stellte fest, dass Burnout oft erst nach längerer Zeit in den Betrieben und in der Arbeitswelt offenkundig wird. Gerade in der Vorweihnachtszeit und in den Tagen um den Jahreswechsel werden psychische Erkrankungen manifest und führen dann – verspätet – zum Beginn einer meist sehr teuren Therapie mit oft wochenlangen Krankenständen. Deshalb sei diese Studie so wertvoll, weil konkrete prophylaktische Maßnahmen sowohl den Betroffenen als auch dem Wirtschaftsstandort Vorteile bringen. Eine klare „Win-win-Situation“, so der Landesrat.