Aus unserer Forschungsarbeit

Oberösterreich - Standort mit Chancen

Aufgabe des Institutes Wirtschaftsstandort Oberösterreich ist es von Zeit zu Zeit einen „Pisa-Test“ der Standortfaktoren durch international anerkannte Spezialisten durchzuführen.

Erfreulich ist, dass Oberösterreich zu den elf attraktivsten Standorten Europas gezählt werden kann. In Zukunft wird es aber wichtig, Oberösterreich mit Regionen außerhalb Europas zu vergleichen, denn der Wettbewerb um Investitionen und Aufträge wird immer internationaler.

Die Standortanalyse zeigt aber auch Schwachpunkte auf, die sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene Aktivitäten notwendig machen:

  • die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen ist weit unter Deutschland bzw. der Schweiz
  • stark unterdurchschnittlicher Anteil des Gesundheitswesens, das nicht einmal die Hälfte des Wertschöpfungsanteils in Westeuropa aufweist
  • geringe finanzielle Ressourcen der Regionen in Österreich
  • unzureichende Verkehrsanbindung insbesondere im Flug- und Bahnverkehr

Für die in Oberösterreich besonders starke Exportwirtschaft kann eine Region vor allem beim Thema Forschung und Ausbildung Unterstützung geben. Im Ausbildungsbereich sind die im internationalen Vergleich hervorragenden HTLs und Fachhochschulen ein wichtiges Esset und ein weiterer Ausbau der technischen Ausbildungsstätten bzw. Stipendienprogramme für technische Studien sind sicher sinnvoll.

Eine besondere Schwäche wird im Gesundheitsbereich festgestellt und daher hat die Errichtung der Med-Fakultät eine große Bedeutung für die Zukunft des oberösterreichischen Standortes. Es ist notwendig, die internationalen Pharmakonzerne und Medizintechnikfirmen auf diese Neugründung hinzuweisen und Oberösterreich als Forschungsstandort anzubieten.

Die Schwäche im Verkehrsbereich bezieht sich sicherlich auf die ungenügende Nord-Süd Verbindung von Prag über Linz nach Koper, die dringend ausgebaut werden muss.

Die Analyse stellt auch fest, dass Oberösterreich im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz geringe finanzielle Ressourcen hat, daher wäre eine Steuerhoheit für die Bundesländer, wie sie in letzter Zeit mehrfach gefordert wurde, sehr zu begrüßen. Für die Investitionstätigkeit im Lande ist sicherlich auch die enorme Belastung, der sich die Regionalbanken derzeit ausgesetzt sehen, sehr negativ und sollte so rasch als möglich abgeschafft bzw. reduziert werden um den Wirtschaftsaufschwung nicht zu gefährden.